Zitat von Christof Schardtich verstehe es nicht ("..ganz oder gar nicht formatieren..." ?).
Das heißt, daß in richtigen Schriftsatzprogrammen jedes Wort, ja jedes einzelne Zeichen mit einem eigenen Format belegt werden kann - nicht nur der ganze Absatz.
Ok, ich verstehe. Du wünschst, daß die Trennung von konkret ausgeprägtem Dartellungseigenschaften für Absätze vs. symbolischer Textstil, so wie es PriMus derzeit für ganze Absätze bietet, in einer zweiten Ebene für Wörter und einzelne Zeichen verfügbar ist. Und zwar mit variabler Priorisierung (ausgedrückt durch dein erwähntes Java-Vererbungsmodell). Frage: Welches DTP-Progamm bietet diese Abstraktionsebenen benutzerfreundlich an? Also so, daß ein Nicht-Programmierer das Modell intuitiv erfassen und einsetzen kann.
Im Prinzip stehe ich voll hinter dieser Idee (ich programmiere selbst). Aber die Umsetzung ist alles andere als trivial. Zur Erläuterung: Meine Erfahrung mit PriMus 1 zeigt, daß für 98% der Nutzer bereits die jetzige Abstraktionsebene der Textstile eine Überforderung ist. Hier eine zweite Ebene mit variabler Vererbungsmechanik einzuführen, ... puuuh, ... also erstens logistisch nicht einfach und zweitens m.E. sehr schwer den Nutzern zu vermitteln.
Also nochmal die Frage: Wo ist so ein Konzept erfolgreich in einem GUI umgesetzt worden? Danke für einen Hinweis.
Wenn ich's recht verstanden habe, dann geht es Compositeur um eine integrierte (vollwertige) Textverarbeitung. Quasi ein "kleines Word" innerhalb von PriMus.
Notationsprogramme: MuseScore, Sibelius|First PC-System: Windows 11 (64 Bit)
Thema ist interessant aber die „Sprache“ ist mir zu hoch, habe bis jetzt ein par Liedbücher mit jäh mehr als 300 Lieder gemacht die auch durch einen Drucker zu einem Buch (Auflage bis 1500) verarbeitet sind.
Wo ich die meiste mühe mit hatte war ein Gutes Inhaltverzeichnis, das hat sehr viel Arbeit und Zeit gekostet aber es ging, auch in Primus, und nicht zu vergessen die Hilfe dabei von Christof Schardt.
Ich kann über Primus 2 natürlich nicht urteilen aber Christof Schardt hat mich versichert das dass was ich wollte alles in Primus 2 möglich ist. Ich bin neugierig wie es geworden ist.
Er muss aber, will ich da noch was dran haben (bin jetzt 76 und warte schon 4 Jahre) schnell kommen mit der Version 2 und hoffe das ich es dann noch kapiere damit umzugehen.
Programme: Primus Publisher/Capella Scan 8/Capella 6-19/Tonica Sound: VSC/Coolsoft VMS Musikinstrument: Zither Betriebssysteme: Windows 10
Zitat von Christof SchardtOk, ich verstehe. Du wünschst, daß die Trennung von konkret ausgeprägtem Dartellungseigenschaften für Absätze vs. symbolischer Textstil, so wie es PriMus derzeit für ganze Absätze bietet, in einer zweiten Ebene für Wörter und einzelne Zeichen verfügbar ist. Und zwar mit variabler Priorisierung (ausgedrückt durch dein erwähntes Java-Vererbungsmodell). ::: Also nochmal die Frage: Wo ist so ein Konzept erfolgreich in einem GUI umgesetzt worden? Danke für einen Hinweis.
Ich benutze es sehr extensiv mit LibreOffice. Für genau den genannten Anwendungsfall. Dadurch, dass ich auf der einen Seite einen AbsatzStil für Liedstrophen und auf der anderen Seite einen ZeichenStil für Akkorde habe. Kann ich ganz schnell LeedSheets varieren für
SängerInnen : Großer Text, und nur kleine Akkorde.[/*]
MusikerInnen : Kleiner Text, aber große Akkorde.[/*]
Ich kann ganz einfache die Akkorde groß/klein/fett/bunt/sonstwas machen durch Änderung eines Zeichenstils. Oder auch einfach alle Akkorde entfernen.
Außerdem kann ich per Macro alle Akkorde umformen (mit b/# oder t ?/?/?) oder transponieren [grin] Und ich habe mir ein Macro geschrieben, mit dem ich ChoPro-Dateien entsprechend formatieren kann.
Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang. Soft: Aktuell : PriMusPublisher, PdfToMusic, CapalleScan8, Transcribe, Ardour (+MuseScore, Audacity, u.v.a.m.) Früher: GuitarPro(1…6), Capella(1…6), TuxGuitar, CakeWalk, … Prog: Lua, C++, Perl, Bash, ... HW: i7-8086K, 32GB-Ram, 2x1TB SSD + 2x4TB HD BS: xubuntu22.04LTS (Früher auch W7x64, W10 hat bei mir Hausverbot) Sound: Allen &Heath QU16, Focusrite Scarlett 2i2
Zitat von Christof SchardtFrage: Welches DTP-Progamm bietet diese Abstraktionsebenen benutzerfreundlich an? Also so, daß ein Nicht-Programmierer das Modell intuitiv erfassen und einsetzen kann.
Und wenn es ein DTP-Programm sein soll: Scribus. Die Herangehensweise ist ein bisschen anders, aber auch dort gibt es Absatz- und Zeichenstile. Siehe Scribus: Stilvorlagen anlegen und anwenden
Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang. Soft: Aktuell : PriMusPublisher, PdfToMusic, CapalleScan8, Transcribe, Ardour (+MuseScore, Audacity, u.v.a.m.) Früher: GuitarPro(1…6), Capella(1…6), TuxGuitar, CakeWalk, … Prog: Lua, C++, Perl, Bash, ... HW: i7-8086K, 32GB-Ram, 2x1TB SSD + 2x4TB HD BS: xubuntu22.04LTS (Früher auch W7x64, W10 hat bei mir Hausverbot) Sound: Allen &Heath QU16, Focusrite Scarlett 2i2
Zitat von Christof Schardt Frage: Welches DTP-Progamm bietet diese Abstraktionsebenen benutzerfreundlich an? Also so, daß ein Nicht-Programmierer das Modell intuitiv erfassen und einsetzen kann.
z.B. QuarkXPress. Da heißen die Formate "Absatzstilvorlagen" und "Zeichenstilvorlagen". Aber das können alle professionellen Programme. Ein bischen verstehen muss man das schon. Eine intuitive Umsetzung wäre m.E. ganz einfach:
1. Klick in den Absatz (blinkender Cursor) eröffnet die Möglichkeit, Absatzformate zuzuweisen. Keine Direktänderung! Die Absatzformate wiederum lassen sich in einem Extrafenster bearbeiten - so wie schon jetzt in Primus mit dem "..."-Button. D.h. auch: alle anderen Buttons sind ausgegraut bzw. gar nicht vorhanden.
2. Text in einem Absatz markieren ergibt die gleichen Möglichkeiten für Zeichenformate. Im Fenster zur manipulation der Zeichenformate kann man anklicken, ob das umgebende Absatzformat vererbt werden soll. Standardmäßig aktiviert. Wenn es abgewählt wird, müssen die fehlenden Eigenschaften automatisch gesetzt werden (werden aus dem derzeitigen Absatzformat übernommen). Zusätzlich kann man markierten Text direkt ändern (überschreibt das Format nur an dieser Stelle, nur in den veränderten Eigenschaften)
2a. beide Formattypen werden im Fenster durch ein kleines Zeichen unterschieden.
3. schön wäre, wenn die Formatänderungen in der Seite direkt sichtbar würden (bei noch geöffnetem Einstellungsfenster). Bei den meisten Programmen muss man hier erst "ok" klicken und das Fenster ist wech... Dann muss man es ggf. wieder öffnen usw. Ein "Vorschau"-Häkchen wie in den Einstellungsfenstern von Photoshop wäre besser.
was gar nicht geht, ist daß man derzeit im Kontextfenster direkt die Schrift und Größe ändern kann und das ändert das Format. Andererseits passiert das bei Fett etc. nicht. Sowas stiftet Verwirrung. Das Fenster muß klar getrennt sein in in den Bereich hinterlegte Formate und den Bereich direkt formatieren.
Zitat von Christof Schardtdie Umsetzung ist alles andere als trivial.
das glaube ich eben nicht, da die Hauptarbeit doch schon getan ist. Es gibt doch Formate ("Textstil". Besonders augenfällig wird das Kaskadensystem in CSS - das ist dir sicher bekannt.
Zitat von Christof SchardtZur Erläuterung: Meine Erfahrung mit PriMus 1 zeigt, daß für 98% der Nutzer bereits die jetzige Abstraktionsebene der Textstile eine Überforderung ist.
weil sie schlecht umgesetzt ist *. Ich als studierter Grafiker mit Erfahrung in weitaus komplexerem Schriftsatz habe lange gebraucht, um zu verstehen, wie das funktioniert... Selbst Word macht das um Längen besser. Und das Programm verstehen viele. Kuck doch auch da mal nach.
*) in der Liste der Textstile wird überhaupt nicht deutlich, daß es sich um Formatvorlagen (wie sie in Word heißen) handelt. Man weist einen "Stil" hier und da zu und an einer Stelle will man ein Detail ändern, formatiert diesen einen Absatz um und schwupps, sind alle gleichartigen Absätze im Dokument verändert - wie man es nicht wollte. Das geht gar nicht. Wenn man an einer konkreten Stelle im Dokument die Eigenschaften des Textes direkt ändert, muß diese Änderung auch dort bleiben. So wie es bei Primus die drei Buttons tun: fett, kursiv und unterstrichen. Das entspricht den Formatierungen hier im Forum mit den -Tags.
Zitat von bassklampfeIch benutze es sehr extensiv mit LibreOffice. Für genau den genannten Anwendungsfall.
d.h., auch Du verwendest zusätzlich ein Satzprogramm, was durch Primus ja angeblich überflüssig sein soll.
Nein. Für Noten verwende ich ausschließlichPriMus, da habe ich keine Probleme (Abgesehen davon, das PriMus Akkordangeben wie E7(add9/11) nicht akzeptiert). Die Möglichkeiten der Formatierung von Akkorden/Lyrics reichen mir im Prinzip.
LibreOffice verwende ich für LeedSheets, also Dokumente, die nur Text und Akkorde (und ggf Gitarrengriffe), aber keine Noten enthalten.
Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang. Soft: Aktuell : PriMusPublisher, PdfToMusic, CapalleScan8, Transcribe, Ardour (+MuseScore, Audacity, u.v.a.m.) Früher: GuitarPro(1…6), Capella(1…6), TuxGuitar, CakeWalk, … Prog: Lua, C++, Perl, Bash, ... HW: i7-8086K, 32GB-Ram, 2x1TB SSD + 2x4TB HD BS: xubuntu22.04LTS (Früher auch W7x64, W10 hat bei mir Hausverbot) Sound: Allen &Heath QU16, Focusrite Scarlett 2i2
Also ich sehe das Ganze nicht so kompliziert. PriMus hat doch eigentlich schon alles Notwendige:
Textstile: Wahl von Zeichensatz, Punktgröße, Farbe und Auszeichnung Absatzformate: Ausrichtung, Zeilenabstand, Einzug und Rahmen
... nur eben leider (!) fest zu PriMus-Textstilen kombiniert. Das müsste also nur getrennt werden, um ein Stück voranzukommen.
Anmerkung: Die Kombination von Absatzformat und Textstil kennt meine Textverarbeitung (papyrus) schon seit Urzeiten.
Und nicht akzeptierte Akkordsymbole: geht das nicht über die Erweiterung der ChordTable.dat?
Gruß Günter
Programme: PriMus Publisher 1.1|MuseScore Studio 4.4.3|SPP 7.0 Betriebssysteme: WIN10 Pro|Linux Mint 21.3 Musik: Notensatz (generell) und Akkordeon (von Solo bis Orchester und von E- bis U-Musik)
Schon klar ... aber wenn das ganz offiziell erweitert wird und alle User die neue ChordTable.dat bekommen?
Was spricht da degegen?
Gruß Günter
Programme: PriMus Publisher 1.1|MuseScore Studio 4.4.3|SPP 7.0 Betriebssysteme: WIN10 Pro|Linux Mint 21.3 Musik: Notensatz (generell) und Akkordeon (von Solo bis Orchester und von E- bis U-Musik)
Dass es so viele Variationen gibt und auch unorthodoxe Schreibweisen (Beispiel, was ich gerade hatte ¹: Am^addF# ), daß eine statische Tabelle damit überfordert ist. Außerdem lassen sich Akkorde relativ problemlos parsen, die Tabelle ist eigentlich überflüssig.
Außerdem normiert die Tabelle die Eingaben. Egal, ob ich 7/4 oder 7sus4 eingebe, angezeigt wird immer ^7/4. Und was mache ich wenn ich in einer Note die eine Schreibweise brauche und in einer anderen Note die Andere?!? [sad]
¹ Hochstellung ab ^
Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang. Soft: Aktuell : PriMusPublisher, PdfToMusic, CapalleScan8, Transcribe, Ardour (+MuseScore, Audacity, u.v.a.m.) Früher: GuitarPro(1…6), Capella(1…6), TuxGuitar, CakeWalk, … Prog: Lua, C++, Perl, Bash, ... HW: i7-8086K, 32GB-Ram, 2x1TB SSD + 2x4TB HD BS: xubuntu22.04LTS (Früher auch W7x64, W10 hat bei mir Hausverbot) Sound: Allen &Heath QU16, Focusrite Scarlett 2i2
Zitat von bassklampfe Außerdem kann ich per Macro alle Akkorde umformen (mit b/# oder t ?/?/?) oder transponieren [grin] Und ich habe mir ein Macro geschrieben, mit dem ich ChoPro-Dateien entsprechend formatieren kann.
Das klingt höchst interessant. Hast Du schon mit dem Gedanken gespielt, Dein LibreOffice-Macro in Form einer Extension der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen?
Ich fände gut: eine brauchbare Stifteingabe für Tablets - vielleicht sogar eine entsprechende App für Android oder so. Dabei sollte die Eingabe vor allem gut funktionieren. Sog. Handschrifterkennungen für Noten gibt es ja und m.W. funktionieren die alle nicht so wirklich. Aber in Primus gibt es ja schon den ersten Schritt: Klick auf eine Notenlinie erzeugt eine Note - und das zuverlässig. Versetzungszeichen gibt es auch per Klick. Nun müsste vor allem der Notenwert durch eine einfache Geste möglich sein, damit man nicht immer in die Palette wechseln muss. Z.B. könnte ein einfaches durchstreichen des Notenhalses von links nach rechts den Wert halbieren und umgekehrt verdoppeln usw. Also: weg von der Idee der echten Handschrifterkennung von Fähnchen, Punktierungen etc. hin zu eindeutig vereinbarten Gesten. Maus-(Finger-)gesten funktionieren ja auch schon seit langem auf allen Systemen.
So eine Anwendung wäre praktikabel und vor allem für unterwegs wirklich praktisch. Die App könnte sich ja auf Noteneingabe und rudimentäre Bearbeitung wie verschieben beschränken. Natürlich sollte sie dann gleich im Primus-Format speichern können.