Der folgende Beitrag stammt aus meinem Thread "Balken über verbalkte Vorschlagnoten" im Unterforum "Plauderecke". Da es sich in diesem Beitrag im Wesentlichen um ein MuseScore-Problem handelt, möchte ich den Beitrag auch in diesem Unterforum vorstellen.
Zitat von MaxK
Zitat von BurkhardS In MuseScore gehts es auch einfach, schnell und ohne Trickserei:
Das Ergebnis sieht schon überzeugend aus. Wenn man dann noch bedenkt, dass MuseScore kostenlos ist und auf allen gängigen Plattformen (einschl. Linux!) läuft, dann sollte ich mich damit vielleicht etwas näher bschäftigen.
Voller Euphorie habe ich MuseScore installiert und wollte damit beginnen, die ersten Noten einzugeben. Und schon eine herbe Enttäuschung:
Der (für mich) sehr bequeme Weg, in Capella Noten einzugeben, verlief bislang immer so: In Capella einen Notenwert einstellen (z.B. 8-tel), dann ans Digitalpiano gehen und die ersten 20, 30 oder 40 Noten eingeben, dann zurück an den PC (die eingegebenen Noten liegen jetzt in Capella hintereinander als 8-tel wie an einer Perlenschnur aufgereiht) und den Cursor vor die erste Note setzen. Dann den Cursor Note für Note nach rechts bewegen und bei jeder Note die "kleiner/größer"-Taste so oft betätigen, bis der gewünschte Notenwert erreicht ist und gegebenenfalls hin und wieder durch Drücken der Leertaste eine Pause einfügen. Und in wenigen Sekunden ist das gewünschte Notenbild fertig.
In MuseScore geht das offensichtlich nicht.(?) Denn wenn ich irgendeine der eingegebenen 8-tel verändere, wird entweder dahinter eine nicht erwünschte Pause eingefügt (bei Verkürzung des Notenwertes) oder die dahinter liegend(n) Note(n) einfach gelöscht (bei Vergrößerung des Notenwertes). Die nachfolgenden Noten werden also nicht entsprechend nach links oder rechts verschoben, sondern entweder mit Pasuen aufgefüllt oder (weitaus schlimmer) einfach gelöscht.
Ein anderes Beispiel mit ähnlichen Auswirkungen: Bei der Transkription eines Live-Klavierstückes notiere ich in Capella einen Lauf der rechten Hand zunächst aus z.B. sechzehn aufeinanderfolgenden 16-tel. Dann möchte ich nachträglich eine leichte Tempoverschiebung dadurch einbringen, dass ich eine der 16-tel zu einer 32-tel verkürze und die direkt nachfolgende 16-tel mit einem Punkt verlängere. In Capella sind das zwei oder drei Anschläge der "kleiner/größer"-Taste und fertig. In MuseScore dagegen bin ich fast verzweifelt. Hinter die umgewandelte 32-tel wird eine (überhaupt nicht gewollte) 32-tel-Pause eingefügt und durch das Verlängern der nachfolgenden 16-tel-Note mit einem Punkt wird dann auch noch die übernächste Note (ungewollt) verändert und auf eine 32-tel verkürzt. Damit gerät das gewünschte Notenbild in eine völlige Schieflage und ich habe bislang keinen Weg gefunden, hier mit einfachen Mitteln die Situation zu bereinigen. Ich muss offensichtlich sämtliche Noten neu eingeben.
Meine Bitte an alle MuseScore-Anwender: Bitte sagt mir, dass das alles auch anders und vor allem viel schneller und unkomplizierter geht und dass ich mich bislang (als MuseScore-Anfänger) nur zu doof angestellt habe. Sollte es allerdings keine Möglichkeit geben, in MuseScore die Noten so einfach wie in Capella einzugeben und nachträglich im Wert zu verändern, wäre das ein KO-Kriterium für mich und ich würde mich von MuseScore wieder verabschieden noch bevor ich überhaupt ernsthaft damit begonnen hätte.
Ich weiß, das war jetzt eine Menge Text und das Thema hätte wahrscheinlich besser in ein anderes Unterforum gepasst. Man möge mir dafür verzeihen. Aber die oben geschilderte Problematik ist nun mal für meine Notensatz-Arbeit am PC elementar.
Zitat von Jojo-Schmitz Das geht so in der Tat mit MuseScore nicht, da wirst du dann wohl bei Capella bleiben oder dich an eine andere Art der Noteneingabe gwöhnen müssen. Aber führe dir halt mal https://musescore.org/en/handbook/note-input zu Gemüte (die deutsche Handbuchseite https://musescore.org/de/handbook/noteneingabe ist leider nicht ganz auf der der Höhe).
Danke für den Tipp mit dem englischsprachigen Link. Dort heißt es wörtlich: "Increasing the duration will overwrite the notes or rests that follow it; decreasing the duration will add rests between it and the notes or rests following." Das bestätigt leider meine Befürchtungen. Ganz allgemein gesprochen gilt für mich für jede Art von Anwendungsprogrammen: das Löschen oder Überschreiben von bereits eingegebenen Daten durch das Programm selbst ohne jegliche Vorwarnung ist ein absolutes No-Go. Das war's für mich dann wohl mit MuseScore. Schade! Irgendwie scheine ich kein Programm zu finden, das sowohl die von mir geschilderte Überbalkungs- und Haltebogenproblematik, als auch diese Noteneingabe-Problematik in meinem Sinn sauber gelöst hat.
Zitat von MaxKHinter die umgewandelte 32-tel wird eine (überhaupt nicht gewollte) 32-tel-Pause eingefügt und durch das Verlängern der nachfolgenden 16-tel-Note mit einem Punkt wird dann auch noch die übernächste Note (ungewollt) verändert und auf eine 32-tel verkürzt.
Tja, da gibt es eben zwei verschiedene Konzepte/Philosophien. Ich bin auch eher der Mensch, der erst die Melodie (z.B alles in 8teln) eingibt, und sich dann um den Rhythmus kümmert. Das hat mich vor langer Zeit auch daran gehindert, mich näher mit Sibelius zu beschäftigen, das benimmt sich hier nämlich genau so wie MuseScore.
Letztendlich bin ich bei PriMus gelandet, dort kann ich die Notenlängen beliebig variieren und sogar Rhythmus-Folgen auf Noten-Folgen kopieren, ohne das irgendwelche Noten/Pausen hinzugefügt oder gelöscht werden.
Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang. Soft: Aktuell : PriMusPublisher, PdfToMusic, CapalleScan8, Transcribe, Ardour (+MuseScore, Audacity, u.v.a.m.) Früher: GuitarPro(1…6), Capella(1…6), TuxGuitar, CakeWalk, … Prog: Lua, C++, Perl, Bash, ... HW: i7-8086K, 32GB-Ram, 2x1TB SSD + 2x4TB HD BS: xubuntu22.04LTS (Früher auch W7x64, W10 hat bei mir Hausverbot) Sound: Allen &Heath QU16, Focusrite Scarlett 2i2
Mir gehts ähnlich wie Max: Kein Notensatzprogramm besitzt derzeit alle gewünschten Funktionen. PriMus ist nahe dran, leidet aber immer noch unter der nicht möglichen Noteneingabe per PC-Keyboard. MuseScore kann das - was dazu führt, dass ich immer öfter Noten mit MuseScore eingebe.
Notationsprogramme: MuseScore, Sibelius|First PC-System: Windows 11 (64 Bit)
Zitat von MaxK Irgendwie scheine ich kein Programm zu finden, das sowohl die von mir geschilderte Überbalkungs- und Haltebogenproblematik, als auch diese Noteneingabe-Problematik in meinem Sinn sauber gelöst hat.
Und wenn du die Noten auf die von dir beschreibene Art in Capella eingibst und danach MuseScore für die Feinarbeit nimmst?
Wenn ein Programm nicht alle Wünsche abdeckt, muss man sich manchmal von mehreren das Beste herauspicken.
Einen Einfügemodus in MuseScore wünsche ich mir auch manchmal, aber nur, solange man an einer einzelnen Stimme arbeitet. Ansonsten gilt richtigerweise: was einmal vertikal untereinander steht, darf nicht mehr verschoben werden, sonst ist man anschließend um so mehr damit beschäftigt, alles wieder untereinander zu kriegen.
Zitat von MaxK Irgendwie scheine ich kein Programm zu finden, das sowohl die von mir geschilderte Überbalkungs- und Haltebogenproblematik, als auch diese Noteneingabe-Problematik in meinem Sinn sauber gelöst hat.
Und wenn du die Noten auf die von dir beschreibene Art in Capella eingibst und danach MuseScore für die Feinarbeit nimmst?
Gerade bei der Nach- und Feinarbeit hätte ich mit MuseScore allerdings einige Probleme. Ich arbeite z.B. sehr viel an Transkriptionen von Klavierstücken. Als Beispiel habe ich einen Ausschnitt aus Oscar Petersons "Hymn to Freedom" beigefügt. Es handelt sich hierbei um eine bei Hal Leonard erschienene Transkription einer Konzertaufnahme. Nehmen wir einmal an, ich hätte das ganze Stück in MuseScore eingegeben, um es dann anschließend nach meinen Vorstellungen zu "optimieren". Nehmen wir weiter an, ich wäre der Meinung, die rot eingekreiste 16-tel-Note sollte eher als 32-tel gespielt werden, wohingegen die eingekreiste 32-tel-Note als 16-tel gespielt werden sollte. Welcher Aufwand ist dazu in MuseScore notwendig? In Capella sind es nur drei oder vier Betätigungen der "kleiner/größer"-Taste und fertig. In MuseScore habe ich die Korrektur nicht mit wenigen Schritten hingekriegt. Und da in einer Live-Transkription im Nachhinein oft Dutzende oder Hunderte solcher Feinjustierungen erforderlich sind, hätte ich in MuseScore offensichtlich einen rieseigen Aufwand zu betreiben. Oder liege ich da völlig falsch? Interessant wäre es auch zu erfahren, wieviel Aufwand die oben beschriebene Feinjustieurng in den viel gepriesenen Programmen Sibelius und PriMus nach sich ziehen würde. Jedes Programm, das diese Aufgabe einfach und schnell erledigt (d.h. nur drei, vier oder fünf Tastenanschläge oder Mausklicks), bekäme ein dickes Plus von mir.
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In MuseScore: Erste Note anklicken und in der Symbolzeile den gewünschten Notenwert wählen; daraufhin entsteht durch die Verkürzung eine Folgepause. Diese wiederum anklicken, korrekten Notenwert wählen und die gewünschte Note eingeben. Sehr einfach, wie ich meine.
Notationsprogramme: MuseScore, Sibelius|First PC-System: Windows 11 (64 Bit)
Nur ist das dann hale eine Neueingabe (dieser einen Note), nicht die Änderung einer bestehenden Note. Nicht das mich da stören würde... man gewöhnt sich halt an allem, auch am Dativ [wink]
Zitat von Klaus In MuseScore: Erste Note anklicken und in der Symbolzeile den gewünschten Notenwert wählen; daraufhin entsteht durch die Verkürzung eine Folgepause. Diese wiederum anklicken, korrekten Notenwert wählen und die gewünschte Note eingeben. Sehr einfach, wie ich meine.
Danke für die Instruktionen. Funktioniert! Allerdings war das jetzt auch so der ziemlich einfachste Fall der auftreten kann. Nehmen wir an, ich wollte in meinem Beispiel nicht die rot eingekreiste 32-te-Note auf eine 16-tel verlängern, sondern die allererste Note im Takt. Dann müssten sich korrekterweise die folgenden neun Noten allesamt nach rechts bewegen. Oder müsste ich die dann alle erneut eingeben?
Ich habe das ausprobiert und schildere meinen Versuch mal ausführlich: 16-tel-a-Note (erste Note im roten Kreis) zum Markieren anklicken, zum Verkürzen das 32-tel-Symbol anklicken (es entsteht dahinter eine für das Endergebnis nicht benötigte und eigentlich nicht gewollte 32-tel-Pause), 32-tel-a-Note (zweite Note im Takt) zum Markieren anklicken, Shift-Taste drücken und die soeben veränderte a-Note zum Markieren anklicken (jetzt ist eine ganze Kette von 10 aufeinanderfolgenden Noten markiert), ctrl-x drücken um diese Noten herauszulösen (cut)(es entstehen zwei neue Pausen), die allerste Note des Taktes (gis-c-Akkord) zum Markieren anklicken, dann das 16-tel-Symbol anklicken um die Note zu verlängern (dahinter entsteht eine 32-tel-Pause), die gerade entstandene 32-tel-Pause zum Markieren anklicken, ctrl-v drücken um die ausgeschnittene Notenfolge einzufügen (paste), und fertig.
Das waren insgesamt 12 (zwölf!) Tasten- bzw. Mausklicks und der ganze Ablauf mit den auftauchenden und wieder verschwindenden Pausen war für mich ziemlich verwirrend. Ich finde, da muss man schon ein sehr eingefleischter MuseScore-Anhänger sein, um dieses Prozedere ständig anwenden zu wollen. Mag sein, dass für die einmalige Erstellung eines druckreifen Notenbildes so ein Vorgehen okay ist. Aber wenn man die Noten eher als Rohmaterial betrachtet, die man bearbeiten, verändern und hin- und herschieben muss, um irgendwann das Ergebnis zu bekommen, das man in seinem inneren Ohr hört und versucht mit dem Notenbild auf dem Bildschirm in Einklang zu bringen, dann ist dieses Prozedere ungeeignet, verwirrend und auf Dauer wahrscheinlich ziemlich lästig.
Wie schon gesagt, schade! Ein kostenloses und dann noch unter Linux verfügbares Notensatzprogramm würde ich sehr begrüßen. Falls die MuseScore-Entwickler einen Schalter einbauen könnten, mit dem man zwischen dem derzeitigen Takt-starren Modus in eine Art sequentiellen, linearen Modus umschalten könnte, dann wäre MuseScore für mich ein Kandidat erster Wahl.