Max, Du bist Deine bisherige Arbeitsweise gewohnt. Das solltest Du nicht vergessen. Ich arbeite seit 1999 mit Sibelius, dessen Eingabemodus dem von MuseScore ähnelt und kann die von Dir geschilderten Aktionen in wenigen Sekunden - ohne zur Maus zu wechseln - erledigen. Eben, weil ich es so gewohnt bin. Dabei hilft die Nutzung des Ziffernblocks und der Cursortasten in Verbindung mit Shift, Alt und Ctrl. Wenn man das einmal in den Fingern hat, geht es wirklich schnell.
Beide Eingabearten sind eh mit dem Schreiben auf dem Papier nicht zu vergleichen, also eine künstliche Konstruktion. Welche einem besser liegt, ist individuell.
Dr. T's Copyist (1991), capella (1992 bis 2000) Sibelius (aktuelle Version, seit 2000), MuseScore 4 (gelegentlich), Windows 10 (64 bit)
Zitat von Henning Max, Du bist Deine bisherige Arbeitsweise gewohnt. Das solltest Du nicht vergessen. Ich arbeite seit 1999 mit Sibelius, dessen Eingabemodus dem von MuseScore ähnelt und kann die von Dir geschilderten Aktionen in wenigen Sekunden - ohne zur Maus zu wechseln - erledigen. Eben, weil ich es so gewohnt bin. Dabei hilft die Nutzung des Ziffernblocks und der Cursortasten in Verbindung mit Shift, Alt und Ctrl. Wenn man das einmal in den Fingern hat, geht es wirklich schnell.
Ich lerne gerne dazu. Und ich arbeite wie Du auch viel lieber mit der Tastatur, als mit der Maus. Aber um bestimmte Noten zu markieren wirst auch Du die Maus benutzen müssen. Und um bei meinem ausführlich geschilderten Beispiel zu bleiben: Zähl mal jeden Tastendruck (einschl. Shift, Ctrl, Alt und Cursortasten) und jeden Mausklick bis Du das gewünschte Ergebnis erreicht hast. Ich wette, auch in Sibelius kommst Du mindestens auf 10 oder mehr. Stimmt's?
1. Mausklick auf die zweite Note 2.+3. Shift-Mausklick auf die letzte Note der Passage 4.+5. Strg-X 6. Cursor-Links 7. Num-2 8. Cursor-Rechts 9+10. Strg-V
Voilà!
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Zitat von Henning 1. Mausklick auf die zweite Note 2.+3. Shift-Mausklick auf die letzte Note der Passage 4.+5. Strg-X 6. Cursor-Links 7. Num-2 8. Cursor-Rechts 9+10. Strg-V
Voilà!
Ich kenne die Arbeitsweise von Sibelius zwar nicht, aber ich vermute, Du hast vergessen, die von mir ursprünglich rot eingekreiste 16-tel-a-Note auf eine 32-tel zu verkürzen. Das war ein wichtiger Teil meiner Änderung. Da würden dann noch einige Tasten-/Mausklicks dazukommen.
Stimmt, hatte ich überlesen... Es kommt also I. Mausklick auf die Note II. Num-1 dazu
Aber wenn Dir jeder einzelne Tasten- oder Mausklick so wichtig ist, würde ich wirklich über die schon beschriebene Methode nachdenken, die Noteneingabe in capella zu machen und dann für das Layout zu einem anderen Programm zu wechseln.
Ich bearbeite oft lange großbesetzte Werke. Dann habe ich bis zu 60 Minuten Musik am Stück für 40 Instrumente in einem Dokument. Da ist die Eingabe des reinen Notentextes meist das geringste Problem. Es interessiert mich nicht, ob ich 20000 oder 24000 Klicks machen muss, wenn mir danach das Programm bei Artikulationen, Texten, Dynamik und dem Layout der Einzelstimmen die meiste Arbeit abnimmt.
Womit wir mal wieder bei den persönlichen Anforderungen wären... [smile]
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Zitat von Henning Womit wir mal wieder bei den persönlichen Anforderungen wären...
Dem kann ich nur zustimmen.
Übrigens ist mir der Aufwand bei der (ersten) Noteneingabe auch nicht so wichtig. Aber wenn ich an einer komplizierten Passage lange herumfeilen muss und dabei immer wieder bei verschiedenen Noten die Werte hin- und herschieben muss, um ein Gefühl zu bekommen, wie die Passage klingen wird, dann macht es schon einen Unterschied, ob ich für jede Änderung 5 oder 12 mal irgendwas drücken muss.
Abgesehen davon liegt mir ein Notensaztprogramm einfach besser, wenn es ähnlich wie ein Textverarbeitungsprogramm funktioniert. Wenn ich eine Geschichte schreibe und dann in einem Satz ein Wort einfügen will, oder auch nur einen Buchstaben einfügen muss um ein Wort zu korrigieren, dann würde ich Zustände bekommen, wenn ich da jedes Mal den nachfolgenden Text erst ausschneiden, dann meinen Buchstaben bzw. mein Wort einfügen und schließlich den herausgeschnittenen Text wieder einfügen müsste.
Schließlich kann ich nur meine Hoffnung äußern, dass die Entwickler der jeweiligen Programme die jeweils fehlenden Funktionen baldmöglichst implementieren werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein so großer Aufwand wäre.
Texte sind halt meist nicht an ein metrisches Schema gebunden. Stell Dir vor, Du würdest ein Gedicht schreiben, fügst in der ersten Zeile ein Wort ein und plötzlich fällt das letzte Wort dieser Zeile in die zweite und dort auch das letzte in die dritte usw. Da würdest Du wahrscheinlich auch Zustände bekommen. Daher bin ich sehr für eine Art „intelligenten Insert-Modus“, der nur innerhalb einer Phrase Verschiebungen vornimmt.
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Nocheinmal kurz zum Verständnis. Durch „<“ und „>“ kann ich in capella die Tondauer verändern, wobei die restlichen Noten bis zum Zeilenumbruch verschoben werden. Dabei bleiben die restlichen Noten in ihren Werten erhalten, so dass die Takte gegeneinander verschoben werden. Ist das richtig?
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Zitat von Henning Nocheinmal kurz zum Verständnis. Durch „<“ und „>“ kann ich in capella die Tondauer verändern, wobei die restlichen Noten bis zum Zeilenumbruch verschoben werden. Dabei bleiben die restlichen Noten in ihren Werten erhalten, so dass die Takte gegeneinander verschoben werden. Ist das richtig?
Das ist in gewisser Weise richtig. Allerdings werden keine Takte gegeneinander verschoben. Lediglich in der Zeile, in der man die Änderungen vornimmt (z.B. Noten einfügen oder Notenwerte verlängern), werden die Noten wie ein sequentieller Datenstrom über die Taktgrenzen hinweg verschoben. Insofern ist Dein vorher gebrachter Vergleich mit dem Gedicht eher in meinem Sinne richtig als in Deinem Sinne, will heißen: Wenn ich mit einem Textverarbeitungsprogramm ein Gedicht (mit z.B. zentrierten Zeilen) schreibe und füge in irgendeine Zeile etwas ein, dann verschieben sich die Worte nur in dieser Zeile. Es fällt nicht das letzte Wort in die 2. Zeile und das letzte Wort der 2. Zeile in die 3. Zeile. So ein Textverarbeitungsprogramm würde ich sofort wegwerfen. Und genauso verhält sich Capella. Es werden nur die Noten innerhalb der Zeile verschoben, in der ich die Einfügungen oder Veränderungen vornehme. Die folgenden Zeilen bleiben unangetastet.
Ich sehe dieses Feature sogar sehr positiv als Kontrollinstanz an. Wenn ich z.B. im vorderen Teil einer Notenzeile einen Notenwert verlängere und sich dadurch die gesamte Notenkette dahinter nach rechts verschiebt und über den letzten Taktstrich plötzlich hinausragt, dann sehe ich sofort, dass ich an einer anderen Stelle innerhalb meiner Zeile eine entsprechende Notenwertverkürzung oder Löschung einer Note vornehmen muss.
Zitat von Klaus Fairerweise muss man sagen, dass der Workflow in capella seit langem hervorragend durchdacht ist. Das ist eindeutig eine Stärke dieses Programms.
Was das Eingeben von Noten, das nachträgliche Einfügen oder Löschen von Noten, sowie das nachträgliche Verändern von Notenwerten betrifft, kann ich dieser Aussage uneingeschränkt zustimmen.